Währen Neubau ja mittlerweile Bobostan ist, schickt sich der Beginn der Praterstraße an, zu Klein-Bobostan zu avancieren. Die Toasterei hat an der Location mit dem Cafe Ansari, dem Ramasuri, dem Mochi sowie entfernt dem El Gaucho im Designtower namhafte Nachbarn. Passend dazu, isst man hier noch hipper als anderswo. Warum? Ganz einfach! Während mittlerweile fast überall Burger angeboten werden, spezialisiert man sich hier einfach mal auf Toasts und bringt diese, gänzlich unkonventionell ohne Küche, Bar oder Theke an den Mann (und gerne auch an die Frau).

Sitzplätze sind also Mangelware, mal abgesehen von den 5 Sesseln am Eingang. Da Essensentscheidungen aber im Stehen meist schneller getroffen werden, finden wir das (in Anbetracht unserer Begleitungen) gar nicht mal so schlecht. Auch die überschaubare Karte trägt hier Ihren Teil dazu bei – zu fünft konnten wir quasi einmal alles bestellen. Konkret: Ein Hawara, ein Shogun, ein Don Quijote, ein Shlomo und ein Adriano.
Aber jetzt mal zackig…
Wartezeit? Fehlanzeige. Die Toasts werden flott von den freundlichen Jungs – vor den Augen bzw. direkt neben den Gästen – zubereitet.

Der Hund ist der Beste Hawara des Menschen oder? Egal – lassen wir die schlechten Wortspiele. Der Hawara (€ 8,50) in der Toasterei besteht aus Weißbier Schopfbraten vom Mangaliza Schwein, süß saurem Weißkraut, geräuchertem Gouda und gekochten Bio Ei. Mhhh Bieeeer. Während sich die einzelnen Zutaten durchaus spektakulär anhören, überzeugt das Gesamtpaket dann aber vor allem durch die (hervorragende) Dijonnaise die hier eindeutig als Geschmacksträger dient, aber den restlichen Zutaten ein wenig die Show stiehlt. Und weils eh schon wurscht ist, kann man(n) dank beigestelltem Gläschen mit Dijonnaise auch wunderbar über die Stränge schlagen.

Der Don Quijote (€7,50) besteht aus Serrano Schinken, Manchegokäse, Salat, getrockneten Tomaten, grünen Oliven sowie süß-sauer mariniertem Fenchel. Dazu wird eine Limetten Aioli gereicht. Wie schon beim Hawara ist vor allem die hausgemachte Aioli herauszuschmecken und trägt auch hier den Großteil des Geschmackserlebnisses. Versteht uns nicht falsch – wir finden die hausgemachten Saucen herrlich (so sehr, dass wir die Gläschen ganz ohne Beilagen leer gelöffelt haben) – aber wenn da schon spanischer Schafskäse (ja das ist Manchego), getrocknete Tomaten und marinierten Fenchel in einem Toast sind, dann dürfte man das fancy Zeug gerne auch herausschmecken.

Der Shogun (€ 9,50) besteht aus Sashimi-Lachs, Avocado, pikant mariniertem Rettich-Salat mit Zitronenöl und Dille sowie Wasabi Mayo. Klingt fancy. Ist es auch! Mal abgesehen davon, dass es ruhig ein wenig mehr Lachs sein dürfte, überzeugt uns die Komposition durchaus. Auch die subjektive frische und Qualität der Zutaten wirkt sehr ordentlich (ist ja vor allem bei rohem Fisch nicht zu vernachlässigen).

Der Shlomo (€ 9,50) mit Roastbeef alá Pastrami, Bergkäse, mariniertem Rettich und Salat glänzt mit deutlich herausschmeckendem Pastrami und dem würzigem Bergkäse. Ansonsten verhält es sich wie bei den anderen Varianten – die einzelnen Zutaten lassen sich nur mit viel Phantasie erahnen. Gleiches gilt für die Trüffelmayo, bei der sich das Trüffelaroma dezent zurück hält.

In Ermangelung einer weiteren Toastvariante mit Fleisch, musst eine unserer Damen dann für den Toast mit klingendem Namen „Adriano“ herhalten. Warum ein vegetarischer Toast so einen männlichen Namen bekommt? Wissen wir nicht. Rosi(nante) hätte es wohl auch getan. Wir müssen aber trotzdem zugeben, Taleggiokäse, marinierter grüner Spargel, Rotwein Feigen sowie Orangen-Tomaten Chutney und Hagebuttenchiliketchup klingt doch auch ein bisschen lecker. Wie ihr euch aber bestimmt schon denken könnt, gilt hier das gleiche Problem wie schon bei den „normalen“ (fleischlichen) Kollegen – die Zutaten klingen einzeln Top, in Kombination verlieren sie aber leider ein wenig ihren Zauber. Und €7,50 für einen Toast mit (vereinfacht gesagt) Salatfüllung? Dann doch lieber einen Don Quijote.
Bewertung Toasterei Bunter Hund
-
Erreichbarkeit - 7/10
7/10
-
Ambiente - 5/10
5/10
-
Angebotsvielfalt - 6/10
6/10
-
Freundlichkeit - 8/10
8/10
-
Schnelligkeit - 9/10
9/10
-
Kompetenz - 8/10
8/10
-
Menge - 7/10
7/10
-
Zubereitung - 9/10
9/10
-
Geschmack - 7/10
7/10
-
Preisleistung - 7/10
7/10
-
Sexiness - 6/10
6/10
-
Hundefreundlichkeit - 5/10
5/10
Fazit
Witzige Idee eingentlich, die die Inhaber der Toasterei da hatten. Wenngleich wir glauben, dass aus der Not (in der Location nicht wirklich eine Küche zu haben) eine Tugend gemacht wurde. Aber Diversity ist ja immer ein Thema, darum finden wir es gut mal wirklich etwas Neues zu bekommen. Hier wird der Beweis geliefert, dass Schinken/Käsetoast kultiviert werden kann. Billig abgespeist wird man hier allerdings nicht, denn für ca. € 11 (Hawara + Tirola Cola), bewegt man sich schon in Preisregionen von Speisen, die einen durchaus höheren Sättigungsgrad versprechen.
Restaurant Eckdaten
Adresse:
Praterstraße 11, 1020 Wien
Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag 11:00 – 21:00
Website www.bunterhund.wien
Facebook: www.facebook.com/bunterhundwien






Ein Kommentar hinzufügen