
Dass das Yori kein 0815 Asia Lokal ist, lässt sich bereits am sehr modernen und trotzdem gemütlichen Ambiente feststellen. Trotzdem nehmen unsere Tester im kleinen Schanigarten – mit Blick auf die Urania – Platz. Wer will schon bei 30Grad drinnen sitzen? Nachdem es sich hier um ein koreanisches Restaurant handelt, ist der Großteil der Gerichte auf der Speisekarte wohl eher unbekannt – wenn man von den klassischen Bulgogi und Kimchi einmal absieht. Immerhin stehen unter den für uns teils unaussprechlichen Namen Infos, um was es sich denn dabei handelt. Zu unserer Freude in der Abendkarte ersichtlich, bietet das Yori auch koreanisches Barbecue an. D.h. ihr bekommt die Zutaten und dürft sie euch auf einem kleinen – in den Tisch integrierten – Grill selbst zubereiten.
Was der Bauer kennt …
… das isst er. Hm, woher kommt uns dieser Spruch so bekannt vor? Ach egal – wir entschieden uns jedenfalls für das Bulgogi (in der Barbecuevariante! Erhältlich ab 2 Personen zum nicht ganz wohlfeilen Preis von € 19,90 p.P.) sowie ein Nobiani Set. Als Vorspeisen gab es Modum Jeon und Gangjeong Huhn. Na alles klar? O.K. wir sind mal nicht so: Beim Bulgogi handelt es sich eigentlich um marinierte Rindfleischstreifen die dann gemeinsam mit Salat und – je nach Gusto – Sojasauce, Chilipaste oder sonstigen Beilagen verspeist werden. In unseren Breitengraden ist das Gericht eher mit einer Süsslichen Sauce und Reis bekannt. Das Nobiani Set beinhaltet ebenfalls marinierte Rindfleischstreifen, gereicht mit 4 Beilagen, Reis und der Suppe des Tages. Die Vorspeisen erklären wir gleich mit einem kurzen Fazit:
Modum Jeon
Laut Speisekarte handelt es sich bei den Modum Jeon im Yori um Mini-Pfannkuchen mit verschiedenen Geschmäckern. Die Grundzutaten Wasser, Mehl und Ei werden hier mit verschiedenen Zutaten ergänzt. Für € 5,90 bekommt man eine ordentliche Vorspeisenportion – die Gewürzten Varianten fanden durchaus anklang, lediglich die „einfache“ Variante mit Ei erinnerte unseren Tester ein wenig zu sehr an Eistich.

Gangjeong Huhn


Beim Gangjong Huhn handelt es sich um frittiertes Hühnchen, glasiert mit einer scharfen Honig Sauce. Und was sollen wir sagen – frittiert, glasiert, süßlich aber trotzdem ordentlich pikant. Sehr gute Textur des Fleisches, schön knusprig und dabei nicht zu trocken. O-Ton eines Testers: „Wenn ich in der Sauce baden würde – dann wär ich auch mal scharf“. Für die nun entstandenen Bilder in euren Köpfen entschuldigen wir uns an dieser Stelle. Übrigens: Auch für diese Vorspeise werden € 5,90 veranschlagt – gemessen an der Satisfaction ein gutes Preis/Leistungs Verhältnis, obwohl die Portion für unseren Geschmack durchaus ein wenig größer ausfallen könnte.
Wer im Yori ist eigentlich Ri?
Durch die Vorspeisen noch nicht wirklich gesättigt warteten wir dann auf unsere Hauptspeisen. Und während wir warteten (und warteten) kam in uns der Wunsch auf, laut zu rufen: YO! Ri! Wo bleibt unser Essen? Die Frage ist nur, hätte es etwas gebracht? Wohl kaum, Yori bedeutet nämlich schlicht „Kochen“ auf koreanisch. Seht ihr? Wieder was gelernt! Spät aber doch, fanden dann die Gerichte den Weg zu unserem Tisch. Im Falle des Bulgogi Barbecue auf einer heißen Platte, schon vorgegrillt (draußen darf/muss/kann man(n) nicht selbst Hand anlegen).



Wie eingangs beschrieben, wird das Bulgogi im Yori (zumindest in der Barbecue Variante) in der authentisch koreanischen Form serviert. Sprich ohne Sauce, dafür mit vielen Beilagen und Salat. Und an dieser Stelle müssen wir ehrlich sein – die sonst gängige Variante mit Sauce liegt uns doch dann etwas mehr. Zwar war an der Qualität der verwendeten Zutaten rein gar nichts auszusetzen – aber mangels Erklärung, wie das Gericht denn eigentlich gegessen werden sollte (wie es denn wirklich gehört fanden wir erst bei Recherche nach dem Essen heraus), war das Ganze dann eine recht einseitige Angelegenheit. Wir vermissten den (für uns typischen) süsslichen Geschmack des marinierten Fleisches und die Portion war (für den stolzen Preis von € 19,90) doch recht ausbaufähig. Da ging sie durch die Tür. Nein, leider nicht die scharfe Asiatin (die Kellner waren an diesem Abend durchwegs männlich), sondern die Preis/Leistung.


Die, unserer Meinung nach, bessere Wahl hatte der 3te im Bunde mit dem Nobiani Set getroffen. Für € 15,90 bekam er eine – optisch – größere Portion, die selben leckeren Beilagen und sogar noch eine Suppe kredenzt. Und das ganze mit erheblich mehr Eigengeschmack. Daumen hoch an dieser Stelle – nun können wir auch nachvollziehen warum hier viele anfangen zu jubilieren.
Bewertung Yori*
-
Erreichbarkeit - 7/10
7/10
-
Ambiente - 9/10
9/10
-
Angebotsvielfalt - 8/10
8/10
-
Freundlichkeit - 8/10
8/10
-
Schnelligkeit - 5/10
5/10
-
Kompetenz - 7/10
7/10
-
Menge - 7/10
7/10
-
Zubereitung - 9/10
9/10
-
Geschmack - 8/10
8/10
-
Preisleistung - 6/10
6/10
-
Sexiness - 8/10
8/10
Fazit
Wer bereit ist, über seinen Schatten zu springen und sich die Gerichte genau erklären zu lassen, sowie etwas tiefer in die Tasche zu greifen, der bekommt im Yori gehobene, authentische koreanische Küche in modernem Ambiente geboten. Abseits von klischeeüberladenen Lokalen mit Billigzutaten ist das Lokal für uns also durchaus eine Empfehlung wert - wenngleich wir von der Schnelligkeit des Service ein wenig enttäuscht wurden, aber das liegt oftmals ja auch an der Tagesverfassung des - in unserem Fall - sehr freundlichen Personals.
Restaurant Eckdaten
Adresse:
Wiesingerstraße 8, 1010 Wien
Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag 11:00 – 23:00
Web: www.yori.at
Facebook: www.facebook.com/yoriwien
Instagram: www.instagram.com/yoriwien
Telefon: 057 333 777






YORI bietet wirklich schönes und gesundes koreanisches Essen an. Ich mag dieses Restaurant trotzdem das neulich eröffnet wurde. Ich habe meine Freunde aus Schweden auch mitgebracht und sie mögen auch das Essen hier.