Konnichiwa Burger
Ganz ganz ehrlich. Ehrenwort, wir legen es nicht drauf an – aber irgendwie schummelt sich in letzter Zeit egal wo wir antanzen immer ein Burger auf die Karte. Klar, dass wir den für euch testen. Ansonsten hat sich das anwesende Trio für die Bewertung Ramen mit klingenden Namen wie „Hokkaido Special“ und „Smoky Men“ angelacht. Als absolute Ramen-Anfänger konnten wir bei der Wahl der Regular-Bowl keine Einschätzung zum voraussichtlichen Sättigungsgrad vornehmen, weshalb wir zur Sicherheit die Edamame und Gyoza mit Schweinefleisch als Vorspeise bestellt haben.

Die Einleitung abschließend soll das Ambiente diesmal nicht unerwähnt bleiben. Wer sich ein ein vor Klischee triefendes japanisches Hipsterlokal erwartet, der wird ein bisschen enttäuscht. Mit ansprechenden Deko-Elementen, die wir anderswo schon honoriert haben, entspricht das Karma Ramen nur wenig dem typischen Klischee. Tatsächlich präsentiert sich das Restaurant eher in John-Woo-eskem Style. Was das heißt? Der Anteil an Weebs (Was man beim recherchieren so alles lernt. Ja wir recherchieren! Manchmal.) ist soweit wir das beurteilen konnten gering, auch Hipster sind nur in sozial verträglicher Anzahl zugegen und man wird nicht von 0815 Flötengedudel beschallt. Fehlen nur noch Explosionen und Hechtsprünge von Manly Men für das perfekte Setting eines amerikanisch-japanischen Actionstreifens. Mit Oscarnominierung.
Gyoza und Edamame
An Edamame wird im Karma Ramen nicht gegeizt. So bekommt man um 3,80 EUR genug, um 3 Personen bequem auf den Geschmack zu bringen. Zusammenfassend gibt auf Grund der stimmigen Preisleistung nichts auszusetzen.

Bei den Gyoza heben wir zugegeben bei der Preisleistung schon eher die Augenbrauen, immerhin werden sie mit 5,90 EUR um knapp 1 EUR teurer als z.B. in der Innenstadt erlebt unter die Gäste gebracht. Auch im Geschmack hebt man sich im Karma Ramen etwas von der Konkurrenz hab, so ist der Teig hier etwas dicker als sonst erlebt verarbeitet, wodurch die Gyoza „teigiger“ schmecken. Dies sei allerdings nur als Unterschied erwähnt, schlechter schmecken sie unserer Meinung deshalb noch lange nicht.

Hokkaido Special
Gleich vorne weg erwähnt, um den Bildungsauftrag zu erfüllen. Westliche Einflüsse machen auch in der Küche des Karma Ramen nicht halt, insofern handelt es sich bei den Kreationen nicht unbedingt um gängige Rezepturen. Im Fall des Hokkaido Special werden Miso Ramen mit Chashu Schwein, Mais, Ajitama (das halbflüssige Ei), Jungzwiebeln, Menma und Chili-Knoblauch-Butter serviert.

Gerade die Butter dürfte nach Rückfrage bei bekannten Einheimischen etwas exotisch sein. Gerade sie ist aber ein kleines Highlight, denn völlig unbedarft hat sich einer der Anwesenden einen Löffel davon gegönnt um kurz darauf von der tatsächlich vorhandenen aber angenehmen Schärfe überrascht zu werden. Keine Sorge, man muss kein Scoville Junkie sein, die Butter ist soweit wir das beurteilen können sehr gut abgestimmt. Im Idealfall entschärft man die Würze mit Umrühren. Das Chashu Pork als weiteres Highlight besticht zudem durch eine wunderbare Zartheit, womit wir dieser Variante uneingeschränkt weiterempfehlen können.
Smoky Men
Gerne hätten wir den Smokey Men ebenfalls mit einer Chili-Knoblauch-Butter gepimpt. Leider wurde die letzte Portion im Hokkaido Special verarbeitet. So bestand unsere Variante „nur“ aus Miso-Sesam Ramen, Rindsfaschiertem, Menma, Ajitama, schwarzen Morcheln und Smoky Goat Whiskey.

Auch das Faschierte ist soweit wir erfahren haben nicht gerade üblich, unserer Meinung nach aber eine sehr coole Idee. Zumindest sofern man(n) nicht aus Japan kommt und von Mamas Ramen für alle Zeit verdorben ist. Geschmacklich haben wir dann auch nichts zu meckern, mit der Regular Bowl konnten wir sogar gutem Gewissens der asiatischen Etikette entsprechen und zur Abwechslung mal etwas überlassen.
Slider
Wie schon eingangs erwähnt haben wir wohl ein Händchen, Restaurants auszuwählen, in denen es als Fallback immer eine Art von Burger gibt. Wir verstehen die Entscheidung dahinter – der Begriff Suppenkasper kommt ja nicht von ungefähr. Wie wohlüberlegt die Idee im Karma Ramen ist, lässt sich an Hand der Abgrenzung zum „Standard“ festhalten. Zum einen besteht der Kern nicht aus Rind sondern aus dem Chashu Pork (womit sich die Frage nach dem Garzustand nicht stellt) garniert mit Vogerlsalat, Gurken und Japanischer-Mayonaise und Wasabi Cole Slaw Salat. Das Beste kommt aber noch. Anstatt sich bei der Beilage die Note zu verderben serviert man im Karma Ramen einfach noch einen zweiten Burger dazu und nennt das Ganze dann „Sliders“.

Sliders (Fingerfood-Burger) ist im Karma Ramen allerdings die Untertreibung des Jahrhunderts. Denn schon alleine ein Exemplar entspricht der Größe von so manch anderem Burgerladen. Der Witz daran ist, mit dem zweiten Exemplar am Teller ist man mit 9,90 EUR aber nicht teurer unterwegs. Starke Preisleistung also.
Geschmacklich überrascht der Burger dann mit einem sehr guten Verhältnis der Zutaten, so überwiegt kein Bestandteil und alles zusammen in einem hochwertigen Bun lässt uns zu dem Schluss kommen, dass wir hier einen der besseren Burger der letzten Zeit auf dem Teller liegen haben. Einen guten Burger abseits der Norm zu liefern erweist sich für manche schwieriger als gedacht. Chapeau an das Karma Ramen an dieser Stelle.
Bewertung Karma Ramen*
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Erreichbarkeit - 7/10
7/10
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Ambiente - 9/10
9/10
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Angebotsvielfalt - 8/10
8/10
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Freundlichkeit - 9/10
9/10
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Schnelligkeit - 8/10
8/10
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Kompetenz - 8/10
8/10
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Menge - 9/10
9/10
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Zubereitung - 8/10
8/10
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Geschmack - 8/10
8/10
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Preisleistung - 8/10
8/10
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Sexiness - 5/10
5/10
Fazit
Unterm Strich haben wir nur Lob für das Karma Ramen übrig. Im Gesamteindruck ist das Karma Ramen allerdings zu wenig "outstanding", um sich ganz oben an die Spitze unserer Rankings (Asia & Burger) zu katapultieren. Aus asiatischer Perspektive hat man sich mit Ramen auf eine Nische in der österreichischen Gastronomie spezialisiert. Suppe gehört hierzulande nicht unbedingt zur Hauptspeise, insofern hat es trotz einer zufriedenstellenden Preisleistung doch etwas fremdes an sich, knapp 10 EUR für eine Schüssel Suppe hinzulegen. Und das obwohl die Zusammensetzung eigentlich einem 2-Gänge Menü in einem gleich kommt.
Auf der Burgerseite ist der Burger sowohl gut als auch günstig und in ausreichender Menge vorhanden. Trotzdem fehlt uns ein bisschen das Rind. Schlussendlich würden für einen Vergleich auch Fries zur Sache beitragen, das vom Karma Ramen zu erwarten wäre aber vermessen und unrealistisch - hier geht es eindeutig NICHT um Burger. Dennoch ist es sehr bemerkenswert, wie nebenbei man hier um Längen bessere Burger als anderswo bekommt.
Zusammen mit dem Ambiente hat sich das Karma Ramen jedenfalls eine gute Platzierung verdient und steht definitiv auf unserer Liste der "Places to be" im kommenden Winter, wenn Suppen in Österreich wieder an Trend gewinnen.
*No Charlotte today
Restaurant Eckdaten
Adresse: Rechte Wienzeile 2A, 1050 Wien
Öffnungszeiten: Mo. – Sa. 11:30 – 14:30 & 18:00 – 23:00
Kontakt:
Tel.: +43 680 321 6838
Mail: [email protected]
Web: http://www.karmaramen.at/
Facebook: https://www.facebook.com/karmaramen
Instagram: https://www.instagram.com/karmaramen/






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