Schon mal vorab wollen wir euch eine Reservierung im Nichtraucherbereich empfehlen – denn sogar die Raucher unter unseren Testern kamen sich nach dem durchqueren des Raucherbereichs rasch vor wie Schweinchen Babe nach einem ausgiebigen Saunagang in der Räucherkammer. Interessanterweise findet sich übrigens kein Surschnitzerl auf der reichhaltigen Speisekarte. Dafür aber – jeden Donnerstag – St. Louis Cut Spare Ribs. Yay. Ach ja – die sollte man übrigens auch vor-reservieren, denn sie waren bei unserem Besuch (um 19:30) schon ausverkauft. Egal – wir entschieden uns dann eben für ein typisches Wiener Reisfleisch, Rahmschinkenfleckerl, ein Wiener Schnitzel vom Kalb, einen Zwiebelrostbraten und – Surprise Surprise – ein Blunzengröstl mit Krautsalat.
Nachdem der freundliche Kellner also unsere Bestellungen aufgenommen hatte, hatten wir ausreichend Zeit um die Innenausstattung im Blunzenstricker zu begutachten. Das ganze Lokal ist an Wänden und Decken mit alten Zeitungen „verkleidet“ – ein Schelm wer dahinter das Kalkül einer Beschäftigungstherapie aufgrund zu erwartender langer Wartezeiten vermutet. Jedenfalls vermittelt das urige Interieur auf eigenartige Weise durchaus Wohlfühlcharakter.

Wir wollen euch aber nicht allzu lange auf die Folter spannen, beginnen wir also gleich mit einem Signature Dish: dem Blunzengröstl. Standesgemäß in der Pfanne kommt es daher, und dann auch gleich in einer Größe die ordentliche Preis/Leistung (€ 9,80!) verspricht. Obwohl: Schon halb verhungert stellt unsere Blunzen liebende Testerin (man(n) kann auch Blunzn sagen, aber wir wollen uns am Weltfrauentag jetzt mal nicht zu weit aus dem Fenster lehnen) fest, dass das Gröstl ruhig ein wenig mehr Erdäpfel vertragen könnte. Geschmacklich hatte sie dann aber nichts auszusetzen, wenngleich sich die verfressene Stille (kennt ihr das wenn es so gut schmeckt, dass die Blu.. äh Damen sogar vergessen zu reden?) dass die wir anderswo schon erlebt hatten nicht so recht einstellen wollte.

Neu in unserer Runde, ist ein italienischer Macho sondergleichen, dem die Verunglimpfung von Wiener Kulturgut eindeutig noch in intensiven Trainingseinheiten ausgetrieben werden muss (z.B. Reisfleisch um €9,80 ist KEIN Risotto). Ob nun Risotto oder nicht – Geschmacklich gab es an dem fein pikanten, wunderbar matschigen Reisfleisch absolut nichts zu mäkeln. Ist übrigens nichts für Prinzessinnen – haben es die Blunzenstricker in der Küche doch sowohl mit Portionsgröße als auch Schärfegrad durchaus gut mit uns gemeint.

Um € 16,80 gibts dann einen Zwiebelrostbraten mit wunderbar würzigem, dickflüssigen Saft, knusprigen Bratkartoffeln und einem (leider etwas zähem) ordentlichen Stück Fleisch. Abgesehen von der Fleischkonsistenz haben wir eigentlich nichts auszusetzen, vor allem die leichte Senfnote überrascht absolut positiv. Wobei – bei genauer Überlegung fällt der Zwiebelrostbraten im Hinblick auf die Preis/Leistung dann doch hinter die anderen Gerichte zurück, ein bisschen mehr von allem (oder höhere Fleischqualität) würden wir uns für den Preis dann schon erwarten.

Wenn wir schon bei der Fleischqualität sind – das Kalbsschnitzerl um € 17,20 (inkl. Kartoffelsalat) wird diese Scharte doch bestimmt wieder ausmärzen können. Falsch gedacht – sehr zum Leidweisen aller anwesenden, war das Schnitzerl für unsere Begriffe dann doch arg flachsig. Immerhin die Hunde hats gefreut – so ein viertel Schnitzerl für lau bekommt Hund auch nicht alle Tage.

Rahmschinkenfleckerl um € 8,90? Klingt durchaus fair. Schmeckt auch so! Verbesserungspotential? Naja ein bisschen Salz und Pfeffer könnte das ganze schon vertragen. Und vielleicht (vielleicht heißt an dieser Stelle ganz sicher) mit Käse überbacken werden. Dann wären sie perfekt, die Schinkenfleckerl im Blunzenstricker.

Ein Wiener Lokal ohne Kaiserschmarrn? Geht nicht. Des weiteren lockt das (oder der?) Blunzenstricker noch mit vielen weiteren (hausgemachten) Süssspeisen. Wie zum Beispiel Marillenknödel. Wenn sie nicht ausverkauft wären. Aber egal – der Kaiserschmarrn um € 5,20 tröstet auch darüber hinweg, wenngleich er so schnell geliefert wurde, dass uns dann doch wieder Zweifel an der Frische kommen. Wie dem auch sei – geschmeckt hat es!
Bewertung Blunzenstricker
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Erreichbarkeit - 7/10
7/10
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Ambiente - 8/10
8/10
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Angebotsvielfalt - 9/10
9/10
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Freundlichkeit - 8/10
8/10
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Schnelligkeit - 6/10
6/10
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Kompetenz - 7/10
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Menge - 9/10
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Zubereitung - 7/10
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Geschmack - 7/10
7/10
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Preisleistung - 7/10
7/10
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Sexiness - 7/10
7/10
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Hundefreundlichkeit - 7/10
7/10
Fazit
Kommt man zum Blunzenstricker mit dem aktuellen Benchmark im Hinterkopf, hat es das Lokal schwer. Blendet man alle Vergleiche aus, bekommt man im Blunzenstricker solide Wiener Küche, durchaus faire Preise und ausgesprochen uriges Ambiente geboten. Wer mitreden will sollte hier auf jeden Fall einmal aufschlagen, viel authentischer wird nämlich schwierig.
Restaurant Eckdaten






Schade, dass ihr die Ribs nicht mehr bekommen habt!
Hab sie leider erst einmal getestet und da waren sie richtig gut.
Würd euch empfehlen nur für die Ribs nochmal hinzuschaun! :)
Darum sind wir ja eigentlich hin – war doch eine herbe Enttäuschung dass sie ausverkauft waren um die Uhrzeit…